Zentrum für Politische Schönheit holt die Asche von Nazi-Opfern nach Berlin

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Zentrum für Politische Schönheit holt die Asche von Nazi-Opfern nach Berlin

Postby phdnm » 7 months 1 week ago (Mon Dec 02, 2019 11:16 pm)

Zentrum für Politische Schönheit holt die Asche von Nazi-Opfern nach Berlin


Das Zentrum für Politische Schönheit hat im Berliner Regierungsviertel eine Gedenkstätte aufgebaut. In einer Säule befindet sich nach Angaben der Kunst-Aktivisten die Asche von Holocaust-Opfern. Sie soll mahnen, sich nie wieder mit Faschisten einzulassen.

02. Dezember 2019

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) hat im Regierungsviertel eine Gedenkstätte aufgebaut. In einer Edelstahl-Säule soll sich die Asche von Ermordeten des Nationalsozialismus befinden.

Menschliche Überreste ohne Grab

74 Jahre nach den Massenmorden lägen deren Überreste nämlich immer noch herum – ohne Grab oder letzte Ruhestätte, teilte das ZPS mit. Zwei Jahre lang hat das Künstlerkollektiv danach gesucht. Unter anderem haben sie einen Damm bei Auschwitz geöffnet, der von Häftlingen aus Asche aufgeschüttet worden ist.

Aber nicht nur in Harmense bei Auschwitz: Die Nazis wussten nicht, wohin mit den Überresten der unschuldigen Opfer. An 23 Orten in Deutschland, Polen und der Ukraine, an denen Asche von Opfern verstreut worden sein soll, hat das ZPS Bodenproben genommen und untersucht. Laboruntersuchungen hätten in über 70 Prozent Hinweise auf menschliche Überreste ergeben, teilten die Künstler mit: "Wir fanden Knochenkohle, sedimentierte Asche und menschliche Fragmente in den Flussläufen der Weichsel, Zähne direkt auf Feldern, Knochenreste in allen erdenklichen Körnungsgrößen."

Mahnung, sich nicht mit Faschisten einzulassen

Nun hat das Künstlerkollektiv die Überreste nach Berlin gebracht und zwischen Reichstag und Bundeskanzleramt aufgebaut – dort, wo früher die Krolloper stand, in der 1933 das "Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich", das sogenannte "Ermächtigungsgesetz", verabschiedet wurde. Der Ort sei gewählt worden, weil dort der Konservatismus die deutsche Demokratie in die Hände der Mörder legte, erklärte das ZPS. "Wir dürfen nie vergessen: Freiwillig wurde ihnen die Macht ausgehändigt. Bis heute erinnert nichts an diesen Verrat."

Die 2,5 Meter hohe und 4 Tonnen schwere Säule sei eine "Gedenkstätte gegen den Verrat an der Demokratie", um den deutschen Konservatismus an seine historische Schuld zu erinnern, sich mit den Faschisten eingelassen zu haben. Heute streckten wieder Konservative die Hand nach den Faschisten aus, sagte das ZPS in Hinblick auf die AfD. "Es nicht mit ihnen zu versuchen, nicht mit ihnen zu paktieren – das ist das Gebot der Stunde", heißt es in der Mitteilung.

"Nie wieder Auschwitz" neu schwören

Die Gedenk- und Widerstandsstätte ist nur bis zum Samstag (7. Dezember) genehmigt. Das ZPS ruft aber dazu auf, für ein Betonfundament zu spenden, das sie am Samstag vor Ort gießen wollen. Zeitgleich sei "ganz Deutschland" zu einem "zivilgesellschaftlichen Zapfenstreich gegen die AfD" eingeladen. In der Einladung heißt es: "Wir werden 'Nie wieder Auschwitz' neu schwören."


Das Zentrum für politische Schönheit

Das Zentrum für Politische Schönheit fällt seit mehreren Jahren mit umstrittenen Aktionen auf. 2017 errichtete es das Holocaust-Mahnmal direkt vor dem Haus von Björn Höcke. Im selben Jahr rief es in Istanbul zum Sturz des Erdogan-Regimes auf und druckte Flugblätter im Geiste der Geschwister Scholl. Im vergangenen Dezember sorgte es mit der Aktion "SoKo Chemnitz" für Aufsehen. Hierbei erstellten die Aktionskünstler eine Internetseite, auf der man angeblich Teilnehmer der zum Teil rechten Demonstrationen von Chemnitz denunzieren konnte. Die Aktion entpuppte sich später als Falle.


https://www.mdr.de/kultur/zentrum-polit ... r-100.html

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Re: Zentrum für Politische Schönheit holt die Asche von Nazi-Opfern nach Berlin

Postby phdnm » 6 months 1 week ago (Mon Jan 06, 2020 12:02 am)

Aktivisten am Abriss umstrittener Säule gehindert


5. Januar 2020

Berlin (dpa) - Aktivisten haben mit einer überraschenden Aktion in Berlin versucht, die umstrittene Stahlsäule des Künstlerkollektivs "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) abzubauen. Eine Gruppe von etwa 20 Menschen, darunter auch jüdische Aktivisten, begann am Sonntagmittag, die gegenüber dem Reichstagsgebäude aufgestellte Säule zu demontieren. Die Polizei brach die Aktion ab.

Das für umstrittene Aktionen bekannte ZPS-Kollektiv hatte die Säule Anfang Dezember auf dem Gelände der früheren Krolloper gegenüber dem Reichstagsgebäudes aufgestellt. Die Aktion war von Beginn an heftig umstritten, weil das Kollektiv behauptet hatte, die Stahlsäule enthalte Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis. Die Verwendung von Asche jüdischer Opfer wäre ein Verstoß gegen das jüdische Religionsgesetz der Totenruhe.

Die Asche hatte das ZPS nach den Protesten nach eigenen Angaben entfernt und an die Orthodoxe Rabbinerkonferenz übergeben, die sie demnach auf einem jüdischen Friedhof beisetzte.

Die Aktivisten, die sich als Aktionskünstler Komitee bezeichneten, wollten die Säule nach eigenen Angaben abbauen, "um sie anschließend an einen geheimen Ort zu bringen". Zu der Gruppe gehörte auch der Autor Eliyah Havemann. "Mit Asche von Opfern des Holocaust sollte man keine Kunst und Politik machen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur zur Begründung. Zudem sei er persönlich betroffen. Es bestehe die theoretische Möglichkeit, dass Asche seines Großvaters darunter sei. Dagobert Biermann, Vater des Sängers Wolf Biermann und Großvater Havemanns, war im Konzentrationslager Auschwitz von den Nazis ermordet worden.

Die Aktivisten hatten eine Israel-Fahne dabei und dokumentierten den Abbau auf Twitter. "Wer Leid konsumierbar macht, ist Teil des Problems", stand auf einem Banner mit Antifa-Logo. Nach dem gescheiterten Abrissversuch bleibt die Säule nun vorerst am ursprünglichen Ort stehen.

Das ZPS war nach eigenen Angaben nicht informiert und will gegen die Aktion vorgehen. "Wir werden das auf deren Kosten wieder instand setzen", hieß es vom ZPS. Wegen Sachbeschädigung sei Anzeige erstattet worden, sagte ein Polizeisprecher. Zudem sei eine Demontage der Säule unterbunden worden. Zu beobachten war, dass der zuvor entfernte obere Teil der Stele wieder aufgebaut wurde. Teile eines Bauzauns, der um die Säule herum aufgestellt worden war, wurden wieder aufgestellt.

Die Stadtbezirksverwaltung hatte den Verantwortlichen nach eigener Angabe eine Frist zu Beseitigung der inzwischen einbetonierten Säule bis 20. Dezember gesetzt. Dagegen hat das ZPS Widerspruch eingelegt.


https://www.sueddeutsche.de/leben/gesel ... -99-354052


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