Dresdenleugnung:

Willkommen im deutschsprachigen Forum. (Postings in German)

Moderator: Moderator

User avatar
Hektor
Valuable asset
Valuable asset
Posts: 3448
Joined: Sun Jun 25, 2006 7:59 am

Dresdenleugnung:

Postby Hektor » 5 years 3 months ago (Fri Feb 13, 2015 2:20 pm)

Es gab wirklich keine Tiefflieger über Dresden Nach der Bombardierung Dresdens berichteten Überlebende, zahlreiche Angriffe von Jägern auf Menschen erlebt zu haben. Doch es gab sie nicht. Die Legende verweist auf ein Problem der Augenzeugenschaft.
Von Sven Felix Kellerhoff
Leitender Redakteur Zeit- und Kulturgeschichte
Sven Felix Kellerhoff

Die P-51 Mustang wurde als Begleitjäger und Tiefflieger von den Alliierten in Europa eingesetzt. In Bodennähe musste sich der Pilot genau an die taktischen Vorgaben halten

Zeitzeugen sind unverzichtbar für jede Auseinandersetzung mit Vergangenheit. Aber mitunter stehen sie der Forschung auch im Wege. Denn das menschliche Gedächtnis ist ein unzuverlässiges Instrument.

Wenn professionelle Historiker der Erlebnisgeneration widersprechen müssen, obwohl sie nicht "dabei gewesen" sind, führt das fast immer zu Streit. Von allen Beispielen aus der deutschen Zeitgeschichte vielleicht das umstrittenste ist die Frage, ob am 14. Februar 1945 (und vielleicht auch in der Nacht zuvor) amerikanische oder britische Kampfpiloten im Tiefflug über dem brennenden Dresden Jagd auf Frauen und Kinder gemacht haben.

Die seriöse Forschung hat längst klare Ergebnisse hervorgebracht. Das ist vor allem das Verdienst des inzwischen verstorbenen Dresden-Überlebenden Götz Bergander und des Koblenzer Geschichtslehrers Helmut Schnatz, der die Luftangriffe auf seine Heimatstadt als Kind mitbekommen hatte. In mehreren Publikationen ist das alles nachlesbar. Zuletzt hat Schnatz noch einen ausführlichen, 101 Seiten langen Nachtrag zu seinen Forschungen im Internet frei zugänglich veröffentlicht.

Die wesentlichen Ergebnisse sind leicht zusammengefasst: In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 gab es keine Tieffliegerangriffe, weil die britische Luftwaffe keine dazu geeigneten Flugzeuge über Dresden im Einsatz hatte. Ohnehin wäre es Selbstmord gewesen, während eines tobenden Feuersturms in den Tiefflug zu gehen.

Dresden - Ruine der Frauenkirche
Zweiter Weltkrieg
Als Dresden 1945 unterging
Am folgenden Tag wären zwar prinzipiell solche Angriffe mit Bordwaffen möglich gewesen. Doch fehlte es an der Zeit für ausgedehnte Menschenjagden, denn nur wenige Minuten nach dem Ende des US-Bombardements war der Luftraum über Dresden wieder feindflugzeugfrei. Während Bomben fallen, wäre aber ein Angriff im Tiefflug ein reines Irrsinnsunternehmen gewesen.

Überflüssig zu erwähnen, dass trotz intensiver, öffentlicher wie privater Suche in Dresden nicht ein einziges MG-Geschoss des Kalibers 12,7 Millimeter im Boden gefunden wurde. Sie hätten sich aber in jedem Fall zu Hunderten, eher zu Tausenden in den Boden gebohrt, wenn es tatsächlich Tieffliegerangriffe gegeben hätte.

Es gibt übrigens auch keinen einzigen dokumentierten Fall einer Schussverletzung bei getöteten oder überlebenden Dresdnern. Dabei sind durchaus Berichte aus Lazaretten und Hospitälern erhalten.

Trotz dieser klaren Faktenlage hält sich, in Sachsens Hauptstadt sowieso, aber auch in den Kommentarspalten von Online-Medien und bei Leserbriefschreibern, der entgegengesetzte Eindruck. Fast jeder Hinweis auf die Ergebnisse von Bergander und Schnatz wird mit wüsten Vorwürfen beantwortet.

Das machen sich Aktivisten vom äußersten rechten Rand zunutze, die mal knapp diesseits, mal deutlich jenseits der Grenze zum Rechtsextremismus anzusiedeln sind. Ihr Hauptargument klingt in der Tat zunächst einleuchtend: Wenn sich mehrere Hundert, vielleicht sogar mehr als tausend Augenzeugen an etwas erinnern – dann muss es doch wahr sein. Oder etwa nicht?

Leider lässt diese "Beweisführung" außer Acht, wie das menschliche Gedächtnis funktioniert. Es ist nämlich höchst unzuverlässig und beeinflussbar. Das hat zum Beispiel der Sozialpsychologe Harald Welzer in seinem Forschungsprojekt "Opa war kein Nazi" gezeigt.

Bei der parallelen Befragung von Erlebnis-, Kinder- und Enkelgeneration stellten seine Mitarbeiter und er fest, dass Propagandabehauptungen, aber auch ganz schlicht Bilder aus Kinofilmen die tatsächliche Erinnerung überlagern, ja verdrängen können. Subjektiv meinen Augenzeugen oft, sich korrekt an tatsächliche Vorgänge zu erinnern – in Wirklichkeit aber haben sie spätere Bilder vor Augen.


Die wichtigsten Ziele für Tiefflieger waren Züge und Nachschubkolonnen. Das Bild zeigt den Angriff einer P-51 Mustang auf einen Zug in der Nähe von Brandenburg 1944
Foto: picture-alliance / United Archiv
Die wichtigsten Ziele für Tiefflieger waren Züge und Nachschubkolonnen. Das Bild zeigt den Angriff einer P-51 Mustang auf einen Zug in der Nähe von Brandenburg 1944
Das kann man gerade am Beispiel der Tiefflieger gut ablesen. Die von Zeitzeugen angeblich "selbst erlebten" Angriffe orientieren sich an Darstellungen in Kriegsfilmen wie "Der längste Tag" oder "Die Brücke" – doch in Wirklichkeit liefen Tieffliegerangriffe ganz anders ab.

Eine Jagdmaschine nämlich, die in Baumwipfelhöhe über den Boden rast und schießt, trifft mit ihren MGs gar nichts. Die Waffen sind so eingestellt, dass sich ihre Schussbahnen etwa 400 Meter voraus in der Propellerachse treffen. Der Pilot eines Jagdeinsitzers muss also mit dem ganzen Flugzeug zielen. Objekte am Boden trifft er daher nur im steilen Sinkflug.

Typischerweise suchten sich die Piloten amerikanischer Jäger in 250 Meter Höhe ihr Ziel aus und gingen dann in den Sturzflug. Nach zwei Sekunden und in einer schrägen Entfernung von 200 Metern lösten sie für eine Sekunde ihre Waffen aus, dann rissen sie ihr Flugzeug hoch. Sie sackten noch bis auf 25 Meter durch, also Baumwipfelhöhe, bevor sie wieder steil stiegen.

Ähnlich ist es mit einem anderen Erinnerungsbild. Dutzende Zeitzeugen beschworen, sie hätten in den Cockpits von US-Jägern über Dresden "Neger" gesehen. Allerdings gab es in den US Army Air Forces des Zweiten Weltkriegs genau eine Staffel, die dunkelhäutige Piloten hatte – und die war nicht ein einziges Mal über Deutschland im Einsatz.

Zeichnung aus dem "Völkischen Beobachter"

Der Grund für die entgegengesetzte Überzeugung von Augenzeugen war wohl NS-Propaganda, vor allem eine perfide Zeichnung von Hans Herbert Schweitzer, besser bekannt als "Mlöjnir" und Lieblingskarikaturist von Goebbels. Sie wurde am 14. Juni 1944 im "Völkischen Beobachter" veröffentlicht.

Zu sehen ist unter der Überschrift "Roosevelts Tiefflieger gegen Frauen und Kinder" der feixende US-Präsident, zwei Piloten, davon einer weiß und der andere schwarz, und ein stilisiertes Langstreckenjagdflugzeug vom Typ "Lightning", das auf Mütter, Kinder und Alte am Boden feuert. Auf der Maschine steht "Murder Inc." Die Unterschrift lautet schlicht: "Nord-Amerikaner? – Mord-Amerikaner!"

Natürlich gab es 1944/45 tatsächlich viele Tieffliegerangriffe auf Deutschland. Hunderte Beispiele sind dokumentiert in Gefechtsberichten und durch die automatischen Zielkameras.

Aber die Attacken folgten genauen Regeln: Tieffliegerangriffe nur auf dem Rückflug und wenn keine deutsche Jäger in der Nähe waren. Außerdem wurden zwar auch Zivilisten attackiert, aber die eigentlichen Ziele waren Züge und Fahrzeugkolonnen – einzelne Menschen waren, so zynisch das klingt, den Aufwand und das Risiko nicht wert.

Sicher haben viele der Augenzeugen, die sich an Tieffliegerangriffe auf Dresden zu erinnern glaubten oder noch glauben, andernorts solche traumatisierenden Erfahrungen machen müssen. In ihrem Gedächtnis verschmolzen sie mit der fürchterlichen Erfahrung des Feuersturms zur subjektiv ehrlichen Überzeugung, auch am 13. oder 14. Februar 1945 beschossen worden zu sein.

Hier ist sensible Kritik am Zeitzeugen gefragt. Denn ohne Schilderungen der Erlebnisgeneration wird Vergangenheit nicht greifbar. Andererseits sind sie nur eine von mehreren Quellen und keineswegs die genauesten.
http://www.welt.de/geschichte/zweiter-w ... esden.html


Man stelle sich die Argumentation mal auf Auschwitz und Vergasungen vor.

neugierig
Valued contributor
Valued contributor
Posts: 352
Joined: Wed Nov 27, 2002 7:01 pm

Re: Dresdenleugnung:

Postby neugierig » 5 years 3 months ago (Fri Feb 13, 2015 8:12 pm)

Der Kellerhoff ist einer der übelsten Nestbeschmutzer, und natürlich ist er zu dämlich zu merken daß er, wenn er Augenzeugen bezweifelt, die Gaskammern bezweifelt. Man kann nur hoffen das diese Typen mal Rechenschaft ablegen müssen. Wiederholt habe ich versucht ein Kommentar zu seinem verlogenen Geschreibsel abzugeben, umsonst, keine Spur davon. Es ist aber erfrischend zu sehen das einige daß, was er zusammenschustert, doch anzweifeln, manche Leserbriefe gehen dicht am §130 vorbei.

Der freieste Staat den es je auf deutschem Boden gegeben hat.

Grüße aus Kanada
Wilfried

User avatar
Hektor
Valuable asset
Valuable asset
Posts: 3448
Joined: Sun Jun 25, 2006 7:59 am

Re: Dresdenleugnung:

Postby Hektor » 5 years 3 months ago (Sat Feb 14, 2015 8:42 am)

neugierig wrote:Der Kellerhoff ist einer der übelsten Nestbeschmutzer, und natürlich ist er zu dämlich zu merken daß er, wenn er Augenzeugen bezweifelt, die Gaskammern bezweifelt. Man kann nur hoffen das diese Typen mal Rechenschaft ablegen müssen. Wiederholt habe ich versucht ein Kommentar zu seinem verlogenen Geschreibsel abzugeben, umsonst, keine Spur davon. Es ist aber erfrischend zu sehen das einige daß, was er zusammenschustert, doch anzweifeln, manche Leserbriefe gehen dicht am §130 vorbei.
....

Daran muss ich auch die ganze Zeit denken. Wie waers mit einer Historikerkommission fuer Auschwitz :mrgreen: ?
Da kann man sich jetzt ja auf Kellerhof berufen und Arolsen's Statistiken zitieren.

Die Kommentarfunktion zu dem Artikel war schnell gesperrt. Zwei Kommentare glaube ich.

Nemo
Member
Member
Posts: 33
Joined: Wed Jun 26, 2013 6:59 am

Re: Dresdenleugnung:

Postby Nemo » 5 years 3 months ago (Sat Feb 14, 2015 10:06 am)

Hektor wrote:
neugierig wrote:Da kann man sich jetzt ja auf Kellerhof berufen und Arolsen's Statistiken zitieren.

Erfassen die Arolsen's Statistiken auch die unregistrierten Juden und willst Du mit Berufung auf Kellerhof das Verbrechen der Juden an den Juden etwa ungeschehen machen und somit diese Verbrecher immer noch schützen ???

User avatar
Hektor
Valuable asset
Valuable asset
Posts: 3448
Joined: Sun Jun 25, 2006 7:59 am

Re: Dresdenleugnung:

Postby Hektor » 5 years 3 months ago (Sat Feb 14, 2015 2:08 pm)

Die Arolsen Statistiken erfassen JEDEN im Bezirk verstorbenen.

Nemo
Member
Member
Posts: 33
Joined: Wed Jun 26, 2013 6:59 am

Re: Dresdenleugnung:

Postby Nemo » 5 years 3 months ago (Sat Feb 14, 2015 5:34 pm)

Hektor wrote:Die Arolsen Statistiken erfassen JEDEN im Bezirk verstorbenen.

Hm, ich sehe, Du bist ein Judenschützer und willst die Verbrechen der Juden auf Null reduzieren! Nix Neues für mich.


Return to “Deutsches revisionistisches Forum”

Who is online

Users browsing this forum: No registered users and 3 guests