Weiterer Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg begonnen (Hubert Zafke)

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Weiterer Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg begonnen (Hubert Zafke)

Postby phdnm » 1 year 3 months ago (Mon Sep 12, 2016 9:06 am)

Weiterer Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg begonnen


Neubrandenburg : Mehr als 71 Jahre nach Kriegsende muss sich ein Ex-SS-Sanitäter in Mecklenburg-Vorpommern vor Gericht verantworten. Es geht um Beihilfe zum Mord in mehr als 3600 Fällen im Konzentrationslager Auschwitz.

12. September 2016

In Mecklenburg-Vorpommern hat ein weiterer Auschwitz-Prozess begonnen. Vor dem Landgericht Neubrandenburg muss sich ein früherer SS-Sanitäter des Konzentrationslagers verantworten. Ihm wird Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vorgeworfen.

Der 95-Jährige aus der Nähe von Neubrandenburg erschien im Rollstuhl vor Gericht. Es ist bereits der vierte Anlauf in dem Verfahren. Zuvor war der Prozessbeginn drei Mal aus gesundheitlichen Gründen gescheitert. Vor Verhandlungsbeginn wurde der Mann noch einmal amtsärztlich untersucht.

Die Anklage wurde verlesen, ohne dass der Angeklagte Stellung nahm. Laut Staatsanwaltschaft soll er in seiner Zeit als SS-Sanitäter etwa 650 Meter von mehreren Krematorien entfernt gearbeitet haben. Sie wirft ihm vor, sich in die Lagerorganisation eingefügt und die Vernichtung von Leben damit befördert zu haben.

Staatsanwaltschaft und Nebenkläger kündigten Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter an. Das Gericht lehnte es aber zunächst ab, diese Anträge stellen zu lassen. Der Richter sagte, er wolle zunächst über die Verhandlungsfähigkeit des Angeklagten beraten lassen.

Der Mann war 1944 einen Monat im KZ Auschwitz-Birkenau stationiert. In der Zeit kamen 14 Deportationszüge dort an, mindestens 3681 Insassen wurden in Gaskammern getötet. Die Verteidigung bestreitet eine Schuld ihres Mandanten.


http://www.stimme.de/deutschland-welt/p ... 95,3704550



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Re: Weiterer Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg begonnen (Hubert Zafke)

Postby phdnm » 1 year 2 months ago (Thu Oct 06, 2016 10:38 pm)

Auschwitz-Prozess muss von vorn beginnen


Der Prozess vor dem Landgericht Neubrandenburg gegen einen inzwischen 96-jährigen früheren SS-Sanitäter im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ist wegen Zweifeln an der Objektivität der Richter geplatzt. Ein Neubeginn der Verhandlung ist ungewiss.

06. Oktober 2016

Alles auf Anfang im Prozess gegen einen früheren SS-Mann in Mecklenburg-Vorpommern. Zwar wirft die Staatsanwaltschaft dem greisen Angeklagten Beihilfe zum Massenmord in Auschwitz vor, fordert aber neue Richter. Das Landgericht Neubrandenburg sei allerdings nicht in der Lage, fristgerecht über mehrere Befangenheitsanträge gegen drei Richter zu entscheiden, teilte es mit. Wann die Hauptverhandlung von vorn beginnen könne, sei "nicht vorherzusagen".

Die Staatsanwaltschaft und die Nebenkläger hatten sowohl den Vorsitzenden Richter als auch einen seiner Beisitzer als befangen abgelehnt. Nach Angaben des Landgerichts zweifeln Staatsanwaltschaft und Verteidigung außerdem an der Unvoreingenommenheit eines Richters, der über die Befangenheit der anderen entscheiden sollte. Allen Richtern müsse eine angemessene Frist eingeräumt werden, um Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen. Das sei bis zum ursprünglich nächsten Prozesstermin am kommenden Montag nicht zu schaffen.

"Warum sich die Staatsanwaltschaft Schwerin dem möglichen Vorwurf der Öffentlichkeit aussetzt, sie torpediere das von ihr selbst eingeleitete Verfahren mit den für eine Konfliktverteidigung typischen prozessualen Mitteln, erschließt sich mir nicht", erklärte der Vizepräsident des Landgerichts, Carl Friedrich Deutsch. Eine Sprecherin der zuständigen Schweriner Staatsanwaltschaft sagte, wenn die Staatsanwaltschaft den Eindruck gewinne, "dass das Gericht mit dem von ihr und den Nebenklägern gestellten Anträgen nicht objektiv und neutral umgeht, ist es ihre Pflicht, von den prozessualen Möglichkeiten Gebrauch zu machen" - also die Befangenheit zu beantragen.

Vorwurf der Beihilfe zum Mord

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten SS-Mann Beihilfe zum Mord in 3681 Fällen vor. Er soll 1944 während seines Einsatzes im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gewusst haben, dass dort Menschen systematisch getötet wurden. Während seiner Zeit in dem Lager kamen dort 14 Deportationszüge an. Er habe sich in den Betrieb des Lagers "unterstützend eingefügt".

Das Landgericht hatte sich anfangs geweigert, den Prozess gegen den früheren SS-Sanitäter zu eröffnen und begründete dies mit dessen Gesundheitszustand. Erst nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts kam der Prozess doch ins Rollen. Nach zwei vergeblichen Versuchen im Februar und im April begann die Hauptverhandlung im September. Ungeklärt blieb, ob der Angeklagte verhandlungsfähig ist.


http://www.n-tv.de/politik/Auschwitz-Pr ... 03971.html

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Re: Weiterer Auschwitz-Prozess in Neubrandenburg begonnen (Hubert Zafke)

Postby phdnm » 3 months 1 day ago (Tue Sep 12, 2017 9:18 am)

Prozess gegen SS-Sanitäter Zafke eingestellt


12. September 2017

Zafke war beschuldigt worden, als SS-Mann 1944 Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen geleistet zu haben. Tatort: das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Mit der Prozesseinstellung endet ein Verfahren, das teilweise skandalös verlaufen war. Im Juni waren der Vorsitzende Richter am Landgericht Neubrandenburg, Klaus Kabisch, sowie zwei weitere Richter der Kammer wegen Befangenheit abgelehnt worden - ein einmaliger Vorgang in einem NS-Verfahren. Vorausgegangen waren monatelange Auseinandersetzungen zwischen den Richtern, der Staatsanwaltschaft und den Nebenklägern. Bereits im Februar 2016, als der Prozess beginnen sollte, hatte die Staatsanwaltschaft Zweifel geäußert, ob das Gericht diesen überhaupt führen wollte.

Holocaust-Überlebender die Teilnahme verwehrt

Kabisch und seine Richterkollegen hatten wiederholt versucht, dem Nebenkläger und Holocaust-Überlebenden Walter Plywasky die Teilnahme an der Verhandlung zu verwehren. Es müsse sich "bei dem Nebenkläger nahezu zwangsläufig der Eindruck ergeben", die Richter seien ihm gegenüber nicht unvoreingenommen gewesen, "als sie beschlossen haben, ihn aus dem Verfahren auszuschließen", hieß es in dem Beschluss der 60. Schwurgerichtskammer zur Ablehnung Kabischs.

NS-Opfer Plywasky wurde als Kind im August 1944 nach Auschwitz deportiert, wo seine Mutter vergast wurde und sein Vater ebenfalls starb.

Im Spätsommer 1944, als SS-Sanitäter Zafke dort Dienst tat, waren 14 Transporte aus ganz Europa angekommen, aus Österreich und Griechenland, aus Frankreich und den Niederlanden. Unter den Deportierten waren auch die Tagebuch-Autorin Anne Frank und ihre Familie.

SS-Sanitätsdienstgrade wie Hubert Zafke waren in den Konzentrationslagern den Lagerärzten unterstellt. Sie fungierten als Hilfspersonal mitunter auch in den Krankenrevieren für Häftlinge. Dort ermordeten sie Gefangene mit Phenol-Injektionen.

Der frühere SS-Mann Zafke fühlte sich ungerecht behandelt

Die Staatsanwaltschaft warf Zafke nicht vor, Menschen eigenhändig ermordet zu haben. Eine direkte Tatbeteiligung ist nicht nachzuweisen. Wohl aber half er - wie jeder SS-Mann in Birkenau - wissend und willig indirekt mit am Genozid an den europäischen Juden.

Zafke hatte sich vor dem Prozess in der Presse offen zu seiner Zeit in Auschwitz geäußert. Er fühlte sich ungerecht behandelt, denn nach dem Zweiten Weltkrieg war er in Krakau wegen seiner SS-Zugehörigkeit zu vier Jahren Haft verurteilt worden. In Polen habe er zur Strafe auf dem Bau arbeiten müssen, sagte Zafke der SuperIllu: "Damit habe ich meine Schuld abgetragen."


http://www.sueddeutsche.de/politik/ausc ... -1.3663066


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